Abenteuer Mikrobäckerei
Angefangen habe ich, Sarah, mit einer kleinen Mikrobäckerei. Heute sind wir ein Team in einer grösseren Backstube. Wir backen Sauerteigbrot mit guten Zutaten und langer Teigführung. Dabei ist uns wichtig, woher unsere Zutaten kommen und wer dahintersteht – vom engen Austausch mit unseren Getreidebäuerinnen und Müllerinnen bis zum Kaffee.
Den beziehen wir von Aila, einer Rösterei beim Lochergut in Zürich, mit der wir diese Haltung teilen. Aktuell kommen die Bohnen von einer kleinen Kaffeefarm in Kolumbien. Ist der Vorrat aufgebraucht, folgt ein neuer Kaffee mit einer anderen Herkunft.
Auch hier im Quartier ist uns der persönliche Austausch wichtig. Freja ist unsere Backstube, aber auch ein Ort für Brot, Kaffee und Begegnungen. In Workshops geben wir unser Wissen weiter, und mit der KulturLegi wird unser Brot für mehr Menschen erschwinglich.
“Wenn es ums Brot geht, gibt es keine Abkürzungen. Ein gutes Brot muss in Etappen entwickelt werden, die jeweils genügend Zeit, Erfahrung und Know-how erfordern.” - Lies das ganze Züritipp-Interview hier
Ich setze auf Nachhaltigkeit durch eine transparente Wertschöpfungskette. Von engagierten Bäuer*innen bis zum Team – faire Bezahlung fördert Qualität und schont die Umwelt. Wir verzichten auf schädliche Chemikalien und setzen auf umweltfreundliche Praktiken. So beweisen wir unser Engagement für ethisches Handeln und Umweltschutz.
Mehl
Mein Mehl kommt hauptsächlich aus der Altbachmühle in Wittnau im Fricktal, die mittlerweile in der neunten Generation geführt wird. Das Bio-Getreide, das in der Mühle verarbeitet wird, stammt von wirtschaftenden Bäuer*innen aus der Region.
Zeit
Die Zeit wird beim Backen oft unterschätzt, bildet für mich jedoch die wichtigste Zutat für den einzigartigen Geschmack. Die lange Teigruhe gibt den Bakterien im Sauerteig die Möglichkeit, das Mehl abzubauen, um dadurch komplexere Aromen zu bilden und es bekömmlicher zu machen.
Salz
Sel des Alpes ist seit 1554 Teil der Schweizer Geschichte. Die Salz wird in den Salinen von Bex gewonnen.
Wasser
Ich verwende zu 100 Prozent Züriwasser.
Warum Sauerteig
Sauerteig ist eine traditionelle Methode des Backens mit lebenden, gezüchteten Bakterienkulturen. Der Prozess des langen Fermentierens ermöglicht besser verdauliche Brote als die modernen industriellen Backverfahren.
Vor allem aber entsteht ein schmackhafteres Produkt – dies hat mich seit Beginn meiner Backtätigkeit motiviert, den Geheimnissen des Sauerteigs auf den Grund zu gehen und eigene Rezepte zu entwickeln.
Sauerteig hat eine höhere Feuchtigkeit und Elastizität der Krume und daher bleiben die Brote deutlich länger frisch.
Lokale Produkte
Auch die Herkunft des Getreides fasziniert mich – Klima und Lage des Anbaugebiets wirken sich direkt auf das Getreide und somit den Geschmack des Brotes aus, so dass durch die Arbeit mit Mehlen aus der Region besondere Produkte entstehen.
Für mich ist das traditionelle Backhandwerk ein Beitrag zur lokalen Produktion, indem ich den persönlichen Kontakt zu ansässigen Landwirt*innen und Kleinmüller*innen suche und mit ihnen auf der Suche nach der besten Qualität zusammenarbeite. Ich verwende Mehle, deren Herkunft ich genau kenne. So wird mein Backhandwerk zur Brücke von Landwirt*in zu Verbraucher*in.